Im Grunde lasse ich in diesem Schritt die Arbeitspaketverantwortlichen möglichst realistisch einschätzen, wieviele Nettostunden (oder Nettopersonentage) pro Arbeitspaket nötig sein werden. Dabei soll jedes Kernteammitglied die eigenen Arbeitspakete einschätzen.
Wenn also z.B. drei Durchführende insgesamt je 10 Stunden netto an einem AP arbeiten werden, und wenn der AP-Verantwortliche selbst noch zusätzlich 8 Stunden netto mitarbeiten und 2 Stunden für die Koordination aller Arbeiten an diesem AP aufbringen wird, dann ergibt das geschätzte 40 Personenstunden netto, oder 5 Personentage. (Achtung: diese “Tage” haben nichts mit der Durchlaufzeit des Arbeitspakets auf dem Kalender zu tun: hier in der Aufwandschätzung sprechen wir von Personentagen, in der Terminplanung sprechen wir von Kalendertagen.)
Wenn Arbeiten extern zugekauft werden, dann sollen die Kosten dafür in Geld bemessen, je Arbeitspaket extra als “externe Kosten” eingeschätzt und später – in der Kostenplanung – berücksichtigt werden. Dabei darf aber nicht auf den Arbeitsaufwand vergessen werden, der internen Mitarbeitern für die Koordination solcher externer Sublieferantenleistungen entsteht. Diese internen Aufwände müssen ebenfalls in die Schätzung der Nettoarbeitsstunden je AP einfließen.
Schließlich vergleiche ich die Projektsumme dieser arbeitspaketbezogenen Aufwandschätzung, wenn das irgendwie möglich ist, mit dem Ergebnis aus einer globalen Schätzung (basierend auf einer passenden Formel für die gegenständliche Projektart). Das kann helfen, ganz grobe Planungsfehler zu vermeiden.
Mein Prinzip ist jedenfalls: die beste Schätzung kommt von den Durchführenden – auf Arbeitspaketebene.
(In der Praxis wird eine auf diese Art geschätzte Summe des gesamten Projektaufwandes für den Projektauftraggeber meist zu hoch sein. Siehe deswegen später Schritt 7: Abstimmung mit dem Projektauftraggeber.)
Sobald jedenfalls das Kernteam mit dem Ergebnis der Aufwandschätzung einverstanden ist, übertrage ich die Daten wieder ins WBStool. – Dazu kläre ich vorher noch ab (am besten gleich mit dem internen Projektauftraggeber), mit welchem Durchschnittswert je Stunde die interne Arbeit in meinem Projekt bewertet werden soll.
Schlagwörter: arbeitspaketverantwortlich, Aufwand, externe Kosten, interne Kosten, Kalendertage, Nettostunden, Personentage, Sublieferant